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Capo Sant’Andrea ist ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in das Gebirge des Capanne und zur nahe gelegenen Küste. Im späten Frühling, wenn der Mai die Mittelmeermacchia zur vollen Blüte bringt, bereichern sich solche Spaziergänge mit einzigartigen, unbeschreiblichen Empfindungen, Wahrnehmungen, Düften, Formen und Farben. Oft schon habe ich diese Wonne zu beschreiben versucht und mich an das im Freien improvisierte Schreibpult in den Schatten eines Laubbaumes gesetzt. Die Empfindungen, die mich dabei überkommen, sind so stark und schön, dass der Füller die Pfade verliert ...
Die Nachmittagssonne, welche durch das Laub des Eukalyptusbaumes schimmert,
der Duft des Ginsters und die anderen Ausströmungen der Insel Elba, welche
die leichte Brise zu mir trägt, die Sonnenwärme, die sich mit der erholenden
Frische der Luft abwechselt, die Geräusche ... – da ist es ein Leichtes,
sich zu verlieren.
Damit nicht genug. Die Atmosphäre wird durch die leise, im Hintergrund
wahrnehmbare Brandung der nahen Küste sowie den Gesang der unzähligen
Vögel, darunter ab und zu das tiefe, raue Gurren der Turteltaube und der
unmittelbar ertönende furiose Pfiff der Amsel, noch magischer. Das Vorhandensein
von Menschen ist fast nicht wahrnehmbar, nur hie und da hört man das durch
die Dominanz der Naturgeräusche abgeschwächte Aufschlagen eines Arbeitswerkzeuges.
Geräusche und Farben vereinen sich: das Azur des Himmels und das Blau
des Meeres schimmern durch die Zweige der Pinien, der Eukalyptusbäume,
des blühenden Ginsters und durch die bunten Geranien und die weißen Margeriten.
Die unbeschreibliche Vielfalt an Grün- und Gelbtönen, welche den Berg,
der sich im Hintergrund erhebt, umhüllt: das bräunliche Grün der mittlerweile
verblühten Erikabüsche, daneben das Helle der neuen Blätter der Kastanienbäume,
das dunkle Grün der Steineichen und die tausend Schattierungen der Macchia,
welche sich nach und nach mit den ersten Felsen vermischen.
Der braune Granit des Masso Omo hebt sich ab, als wäre er ein symbolischer
Wächter, der in mysteriösem Gleichgewicht über die Wildheit und Schönheit
dieser vielfältigen, harmonischen Natur wacht. Die Natur, welche der Mensch
vielleicht zu lieben und respektieren lernen wird – denn sie ist schließlich
der Quell seines Lebens.
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