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SINAAM UND DIE APPIANI
Rio nell’Elba ist der Ursprungsort der Geschichte der Frau aus Grassera,
während eines Angriffs der Berber geraubt, welche Liebling des Sultans
Delasman wurde und diesem den Sohn Sinaam gebar. Der Junge wurde später
unter mysteriösen Umständen vom Prinzen Giacomo V Appiano adoptiert. Der
grausame Korsar Khayr al-Din, bekannt als Barbarossa, kam im Auftrag des
Sultans mit seiner Flotte in den Golf des antiken Ferraia (Portoferraio)
und verlangte vom Prinzen die Herausgabe des jungen Sinaam. Nachdem er
eine Abfuhr erhalten hatte, ließ er Raubzüge und Massaker veranstalten,
bis er den Jungen wiederbekam.
DIE MÄDCHEN VON LUCERI
Portoferraio gegenüber gab es ein Schloss mit dem Namen Luceri, das der
schreckliche Barbarossa während einem seiner Raubüberfälle vernichtete,
indem er den Schlossherrn, einen noblen Ritter und Vater von fünf Töchtern,
niedermetzelte. Es wird erzählt, dass die Mädchen in Hoffnung auf Rettung
lange herumirrten, um endlich, todmüde, Hand in Hand ihrer eigenen Spur
nach wieder dorthin zurückzugehen, wo sich das Schloss befand. Plötzlich
durchschnitt ein Schrei die Nacht: es war wieder ein Korsarenschiff zu
sehen. Verängstigt wollten sie die Flucht ergreifen, aber die Älteste
glitt auf einer hohen Klippe aus und stürzte zusammen mit ihren Schwestern
ins Meer. Noch heute kann man abends, wenn die Bucht vom Mondschein erleuchtet
ist, die Girlande der auf dem Meeresgrund weinenden Jungfrauen erspähen.
DIE LEGENDE DER „INNAMORATA“
Die Hauptpersonen dieser Legende aus der Zeit der Überfälle der Berber
sind zwei Verliebte. Er, Lorenzo, wurde während der Traubenlese von Piraten
am Strand festgenommen. Maria, die ihn zu befreien versuchte, fiel ins
Meer und wurde von den Wellen weggespült. Nur gerade ein blauer Schal
hat das Meer von ihr zurückgegeben und von diesem Tag an wird diese Stelle
„L’Innamorata“, die Verliebte, genannt.
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